Adventskalender reloaded oder Weihnachtswahnsinn in Stücken…
Meine Damen und Herren,
auch wenn sich heute schon das Datum auf den Dritten dieses denkwürdigen Monats legt, so komme ich nicht umhin, Euch nun doch mit dem Versuch zu nerven, täglich bzw. alle zwei Tage mit kleinen, feinen weihnachtlichen Anekdoten, Wirrnissen und weniger schlauen Gedanken zu erfreuen.
Ich wünsche Euch viel Freude und Denkanstöße. möget Ihr heil durch den Weihnachtsrummel kommen und massenhaft beschenkt werden…
Allerbeste Wünsche von Eurer uralten Morla
1.Dezember
An eben diesem welchen des laufenden Jahres, also Vorgestern, begab es sich, dass ich nach einem Überstunden-vollem Tage mich noch in der Innenstadt einer noch überfüllteren Kleinstadt im Süden des Landes befand, um dort einige Gespräche mit den Verantwortlichen des Weihnachtskommitees zu führen.
Nach erfolgreichem Abschluss eben dieser Gespräche begab ich mich mehr als froh, dem wuseligen Wahnsinn entkommen zu können, auf den Heimweg, da stellte sich mir ein Mann in den Weg.
Sein Alter war aufgrund des Alkohol gezeichneten Gesichts nicht zu erraten, gerade befand er sich aber im halbwegs nüchternem Zustande und war guter Dinge, so dass ich seine Bitte nach ein wenig Kleingeld nicht ablehnte.
Im Rausch der hinter mich gebrachten Verhandlungen und der Aussicht, bald weit ab von diesen mich umgebenden Menschenmassen zu sein, leerte ich den Inhalt meiner Hosentasche und war gerade im Begriff, die gesammelten Werke ungesehen in des Mannes Becherchen zu werfen, als er mir Einhalt gebot und den Inhalt meiner leicht verfrorenen Hand musterte. Etwas verdutzt, aber neugierig, hielt ich inne.
“Hmm…Nö, Du… gib mir mal nur das 20 Cent Stück da… den anderen Kram mag ich nich…”
Bei dem “Kram” handelte es sich übriegens, wie ich dann feststellen durfte, um 10 Cent Stücke im Werte von gut nem Euro.
Ich sah ihn erstaunt an, tat, wie mir befohlen, nickte anerkennend und bedankte mich noch bei ihm, einen schönen Abend wünschend und begab mich auf meinen Weg in die warme Stube in der Gewissheit, dass Stolz und Würde einem auch noch erhalten bleiben können, wenn andere schon längst über das Schicksal und den damit verbundenen Status geurteilt haben mögen…

Wie es sich in der Weihnachtszeit gehört, betrat ich heute wieder einmal das Geschäft, in dem die Betreiberin dieses Blogs früher arbeitete. Das Geschäft als solches hat seinen Charme nicht verloren, aber den charmanten Verkauf habe ich vermisst.
Trotz allem frohe Weihnachten!
…Madame dankt, ob des Vermisst-werdens und schämt sich außerordentlich, dieses welches ihr Adventskalender-Projekt mal wieder dank chronischer Überarbeitung jämmerlich gescheitert ist… Und ebenfalls ein fröhliches, besinnliches und wahres Weihnachtsfest!